11. August 2008

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Im Kontrast zum raren Ferrari von gestern ... Österreichs "Cousin" des legendären Fiat nuova 500 ist als "Puch-Schammerl" in unsere Sozialgeschichte eingeschrieben. Das spielt mir der Alltag vor meiner Haustür gelegentlich zu. Konzeptionell heißt so etwas "Cabrio-Limousine". Klingt ziemlich vornehm für diesen kargen Klassiker.

Cut!

Vielleicht ist es ja so, daß ich hier nun nicht mehr gar so heftig und detailliert am Kunstfeld herumschrauben sollte. Wenigstens für eine Weile. Der Volksmund sagt (und ruft mir gelegentlich zu): Man kann alles übertreiben.

Das sind so Floskeln, mit denen Themen einen Schlußpunkt erhalten sollen, wenn jemand des Argumentierens müde ist. Egal! In meinem Eintrag von gestern habe ich einmal mehr versucht, deutlich zu machen, daß das Kunstfeld in einem sehr großen Teil das Feld von Professionisten ist.

Ich komme öfter mit Künstlern ins Gespräch, die sich eine elaborierte Abschätzigkeit gegenüber Politikern und Beamten gezüchtet haben, diese Idiosynkrasie liebevoll pflegen.

Eine spaßige Pose, weil einem darin der Staat als Financier künstlerischer Praxis weitgehend verloren geht. Was bleibt dann noch, falls man nicht in Reichtum geboren wurde oder so außergewöhnlich talentiert ist, daß sich Geschäftsleute um einen reißen?

Genau! Der private Markt. Dazu machte der erfahrene Wiener Galerist Ernst Hilger im "profil" vor einem Weilchen einige interessante Anmerkungen.

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Der Achtungserfolg eines jungen Künstlers in Österreich spielt sich also in einem Preissegment von 20.000 Euro ab. Sammler scheinen mindestens in der bildenden Kunst ein wesentliches Fundament von Künstlerexistenzen zu sein. Ein Kernbereich national präsenter Millionäre ist dafür Referenzgröße.

Nun erzähle mir jemand ruhig etwas über "schnöden Mammon", gehe mir noch genau fünf Sekunden mit solch ödem Geschwätz auf die Nerven, bevor ich mich abwende und gehe. Geld ist ein Medium. Um es in die Hände zu bekommen, sind Deals nötig. Ohne Deals wären Geschenke nötig. Das kommt in keinem unserer Künstlerleben all zu oft vor: Geld für nichts, also geschenkt zu bekommen.

Wer mit diesen Zusammenhängen nicht umgehen kann, bleibt dem Feld privater Leidenschaften verpflichtet. Hobby ist keine Schande. Beruf ist etwas anderes. Berufung ist eine private Kategorie, wahrscheinlich sogar ein Phantasma, ziemlich sicher aber ein Ausdruck von Ideologie, und spielt in der Kunst keine konstituierende Rolle.

Es bleibt einem unbenommen, sich absichtlich dumm zu stellen, sich der Realität einer Gesellschaft zu verweigern, sich gegen Einwände taub zu machen. Welche Optionen tun sich da auf? Man könnte sich schreiend in die Arme einer Frau werfen und darauf hoffen, daß sie einen wie einen Säugling annimmt, füttert, lieb hat und durchs Leben schleppt. Man könnte der Welt profaner Dinge eine Abfuhr erteilen und sich, in grobes Leinen gehüllt, in die Wälder schlagen, um ein sehr bescheidenes Leben zu führen. Man könnte ... [Bitte um weitere Ideen und zweckdienliche Hinweise!] Aber auf jeden Fall: Man könnte professionell arbeiten.

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