25. Oktober 2022

Es holpert!

Es gibt ein Bonmot, das ich sehr amüsant finde: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Ich hab längst einen Lebensabschnitt erreicht, in dem mir die Konzentration auf Grundlagen (wie Kriterien und Ethos) weit vielversprechender erschienen als Pläne. Ich will gerne glauben, daß unzählige Lebensbereiche nicht ohne klare Zielsetzungen auskommen, für die Schritte definiert sind und Ergebnisse überprüft werden können. Ich kenne diesen Modus aus der Alltagsbewältigung.

Aber für die Wissens- und Kulturarbeit, dabei auch für die Kunstpraxis, ist mir das Prozeßhafte sehr viel lieber; als etwas Ergebnisoffenes. Es ist einem Ziel ganz anderer Art gewidmet: Erkenntnis. Darin bin ich ein Konservativer und stimme dieser alten Empfehlung zu: Erkenntnis möge sich nicht bezahlt machen, sondern erweisen. Dabei geht es manchmal drunter und drüber.


Ich bin immer noch mit meinem Stalking-Problem befaßt; auch mit der Bemühung, einigermaßen zu begreifen, was meine Verfolgerin mit all dem bei mir ausgelöst hat. Sie bemerken den feinen Unterschied? Ich grüble nicht über ihre Motive, sondern über die Effekte an mir. Weshalb? Weil ich einige Zeit neben der Spur war, so hart war der Treffer. Und nun ist nicht mehr alles wie zuvor. Das zu sortieren ist meine Aufgabe, nicht die Beschäftigung mit den Intentionen meiner Verfolgerin.

Dazu kam, daß mir dieser Tage im Büro ein Systemcrash um die Ohren geflogen ist. Der Computer setzte ohne Vorwarnung aus, nicht einmal mit Bluescreen, sondern schlagartig: Licht aus! Thermische Probleme, wie die Diagnose besagt. Okay. Zum Glück stand der nächste Rechner schon bereit, da ich vor einer Weile zur Kenntnis nehmen mußte, daß meine alte Maschine aktueller Software eigentlich nicht mehr gewachsen ist.

Aber ich schob den Systemwechsel vor mir her, weil mir sowas die Plomben lockert. Na, wie flott das nun ging! Und klar, meine Backups waren nicht auf Stand. Also habe ich nun ungesicherte Daten zu bergen, was nur schrittweise gelingt, weil die alte Maschine weiterhin unberechenbar zusammenklappt.


Eine originelle Anregung, um mir eine Verfahrensweise auszudenken, mit der sich das geordnete, aber fraktionierte Absaugen der Daten auf einen Stick in ausreichend kurzen Durchgängen realisieren läßt, ohne den Überblick zu verlieren und damit Verluste zu Verursachen. (Ach, nun brauchte ich also einen Plan!)

Aber nein! Das war noch nicht alles. Gestern schien plötzlich mein Zugang zum Austria-Forum verschwunden zu sein, daher blieb meine laufende Arbeit in diesem Bereich blockiert. Wie sehr ich es hasse, wenn mein Flow unterbrochen wird, denn das kostet immer Kräfte, die unproduktiv sind und anderweitig viel erfreulicher einzusetzen wären. Informatiker Hermann Maurer half mir in der Sache weiter. Es hatte eine Hackerattacke gegeben und zum Glück ist meine Struktur der Beiträge so angelegt, daß davon praktisch nichts fehlt.

Was ich hier eigentlich vorzutragen habe, ist daher keine Klage, sondern meine Überraschung darüber, daß sich all diese Ungelegenheiten zügig bewältigen ließen und ich mich daher fragen muß, ob meine größte Belastung in all dem eventuell meine Abscheu vor Belastungen ist.

+) Stalker


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