25. Juni 2006
Es heißt, ein Jahrhundert werde von drei Generationen
durchmessen. Was einleuchtet. Im Sinne von: Großmutter, Mutter und Tochter reichen mit
üblicher Lebenserwartung über zwei Jahrhundertwenden. Und sind innerhalb dieser
Markierungen mit einander im Gespräch gewesen. Anwesenheit, Augenschein, mündliche
Berichte ... Zeitzeugenschaft.
Außerhalb privater Beziehungen scheint es mir, daß schon
zehn, zwölf Jahre Differenz von vielen markanten Details handeln, die man nicht mehr mit
einander teilt. In der Soziologie muß das strenger definiert sein, da ist übrigens von
"Alters-Kohorten" die Rede. Aber wir dürfen im Plauderton ja unschärfer
bleiben.
Was ist an Wirkung und handelnden Menschen beschreibbar,
wenn man sich fragt, wie aus einem Dorf eine blühende Stadt wurde? Generationenfolgen,
komplexe Prozesse, Kommunikationsverhalten ...
Cut!
Post von Marcus Williams aus
Neuseeland, mit dem ich im vorigen Herbst ein grenzüberschreitendes "Smoke in"
realisiert habe ...
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Augenzwinkernd, versteht sich. Österreich,
Schweiz, Estland und Neusseland, das war ein schöner
Bogen, den wir vom Grazer "forum stadtpark" aus gezogen haben. >>Hi Martin
Would you be interested in collaborating again, this time with your idea of the mechanical
smoke-in?<<
Ja, man deutet das richtig. Wir werden rauchende Maschinen
bauen und rauchen lassen. Anlaß dazu ist die "perthDAC 2007" (The Future of
Digital Media Culture). Das ist die "7th International Digital Arts and Culture
Conference 15 -18th September 2007, Perth, Australia".
Aber 2007 gibt es noch eine andere Querverbindung zu
Williams. "Burning Space" (was sich nicht aufs Zigarettenrauchen bezieht) führt
thematisch durch einige Krisenpunkte Europas (Verdun / Auschwitz / Srebrenica) zu
Positionen jenseits der Gewalt.
Was geradezu zwingend auf das Thema "Liebe"
weist. Das ich zur Grundlage für unseren Beitrag im "steirischen herbst" 2007
mache.
Florian Malzacher (Leitender Dramaturg/Kurator, Festival
Programming) hatte dazu geschrieben: |
"... für kommendes Jahr
sollten wir dringend weiter kommen - wie gesagt, bin grundsätzlich sehr interessiert
& wir hatten ja auch schon gute Ansätze... Gut wäre es, demnächst einen
Projektvorschlag und erste finanzielle Vorstellungen zu bekommen, damit ich mit Veronica
Kaup-Hasler drüber schauen kann..."
Dieser Ansatz hat seine Wurzeln in einem
Projekt über Liebe und Zurückweisung, das wir im Vorjahr von Neuseeland nach Österreich
geführt haben: "the cybertrail: art under net conditions
response and responselessness" [LINK]
Ein Exponat aus diesem Projekt war übrigens
Anlaß einer knappen Beschreibung der Idee von Netzkultur, da SPLITTERWERK-Member Mark Blaschitz
sie in eienr Ausstellung von der Wand gehaut hatte. (Siehe die Notiz zu "Next Code: Passion".)
Er und Edith Hemmrich schrieben eben:
>>und dass wirs nicht vergessen:
uebrigens, den floh, den du uns da beim gemeinsamen
"wienen" mit deiner ausstellung beim steirischen herbst ins ohr gesetzt hast
kitzelt! wir sollten schleunigst mal ein gespraech darueber fuehren! ...<<
Das bezieht sich ... genau! Auf einen Teil der
Geschichte, meine "Telenovelas", die ich zum Thema Liebe vorbereite. Nun muß
man all das nicht überbewerten, aber ich genieße es doch sehr, wie sich da in
mehrjährigen Prozessen Ideenlinien und künstlerische Projekte in einander verflechten.
Auch die Personen, die Geschehnisse sind, wie man sehen kann, auf mancherlei Arten mit
einander verwoben.
DAS ist für mich der eigentlich Kern dessen,
was man unter Netzkultur verstehen könnte. Es ist keine Frage der Technologie, sondern
der Flüsse von Ideen und des angemessenen Kommuniaktionsverhaltens. Wobei freilich die
technologische Ausstattung uns Formen des Teleworkings bietet, wodurch Grenzen und
Distanzen ihre alten Bedeutungen verlieren ...
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