13. Oktober 2005 Unser kommendes "Smoke in"
im "forum stadtpark" hat mir inzwischen schon einiges an vergnüglichen
Erörterungen eingebracht. Wann müssen wir in Graz loslegen, um zugleich mit unseren
Leuten in Neuseeland auf dem Set zu sein?
Urbanist Grigor Doytchinov schrieb:
"da die ganze welt sommer- und winterzeiten hat
duerfte der zeitunterschied nicht vom jetzigen weichen. auch neuseeland nicht. die sind
doch integriert in die zivilisation?! grigor"
Durch die Eisenbahn von Lokalzeiten zu einem Weltzeitkonzept ... hab ich nun bei Wikipedia nachgesehn.
Inzwischen schrieb mein Projektpartner Marcus Williams, er würde in Dunedin um 9:30 Uhr
a.m. (vormittags, zu Neuseeland-Zeit) loslegen. Also die "Weltuhr"
angeworfen, jetzt kommt plötzlich raus, daß wir in Wien und Graz schon am Samstag um
21:30 Uhr bereit stehen müssen.
Gegencheck mit dem "Personal
Applet", hier ergibt sich: Graz 22:30 Uhr = Dunedin 9:30 Uhr. Andrerseits, die
Wikipedia-Zeitverschiebungstabelle
nennt eine Differenz von plus 11 Stunden, das hieße also nicht Samstag 21:30 Uhr, sondern
Sonntag 20:30 Uhr.
Diabetiker müssen für ihre Insulingaben genau
rechnen. Von dieser Seite weiß ich nun verbindlich: Bei Langstreckenflügen von Ost nach
West wird der Tag länger, der Insulinbedarf steigt. Bei Langstreckenflügen von West nach
Ost wird der Tag kürzer, der Insulinbedarf sinkt.
Ich ahne, daß ich noch weiter Checks haben will, um unsere
Session abzusichern. Und es ist unübersehbar, daß die Weltläufigkeit von uns Netizens
eine spröde Attitüde ist. Daran müssen wir noch arbeiten ...
Cut!
Gestern erhielt ich, als Teil eines großen Verteilers, eine Email mit unter anderem
dieser Botschaft:
"Kritik ist gefälligst in den zuständigen
Gremien zu üben und nicht über die Medien!!!"
Die Signatur der Absenderin war darum ergänzt: "Gründungsmitglied der GRÜNEN".
Da frage ich mich gefälligst, ob es denn besondere Würde oder Autorität verleiht,
Gründungsmitglied von irgendwas zu sein. Weiß jemand mehr darüber?
Cut!
Österreich hatte sich, das steht außer Zweifel, enorm engagiert, daß Slowenien und
Kroatien im beginnenden Sezessionskrieg des damaligen Jugoslawiens als Staaten anerkannt
würden. Die Unabhängigkeitserklärungen Kroatiens und Sloweniens erfolgten im Juni 1991,
im Januar 1992 waren beide als eigenständige Nation international anerkannt. (Wer hat das
forciert und wie wurde es begründet? Wo kann ich das nachlesen?)
Hier hat das "westliche Europa" intensiv Partei ergriffen. Mir ist in vielen
Details noch höchst unklar, mit welchen Motiven und Intentionen. Aber das werden Diskurse
der Geschichtswissenschaft in den kommenden ein, zwei Jahrzehnten ausreichend deutlich
machen.
Österreich hat als Nachfolgestaat der Habsburger Monarchie seine Erfahrungen mit der
eigennützigen Einflußnahme auf südslawische Völker. Als Österreich im "Deutschen
Reich" aufging, haben unsere Leute erneut eine höchst problematische Rolle auf dem
Balkan gespielt. Dabei ist eine unermeßliche Menge Blut geflossen, wobei es neben dem
Nazi-Terror auf dem Balkan zeitgleich auch revolutionäre Auseinandersetzungen unter den
Südslawen gab, bei denen praktisch alle gegen alle aufgestellt waren.
Nun haben wir dort, hinter den Kulissen, schon wieder erheblich interveniert. Aus
wirtschaftlichen und aus ideologischen Gründen, wie man sehen kann. Diese Interventionen
haben eine alte Grenzziehung neu betont. In Summe habe ich den Eindruck, wir haben in der
Balkanregion sehr viel mehr zum Trennenden, denn zum Verbindenen beigetragen.
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