25. November 2004

Ich habe mir erzählen lassen, daß Gleisdorfs Geschäftsleuten einst nahegelegt worden war, sich leuchtende Weihnachtsdekorationen für die Fassaden ihrer Häuser zu kaufen. Würde bitte irgend jemand den Berater, der das zu verantworten hat, in den Arsch treten? Dieser ästhetische Schmarrn macht die Innenstadtsituation bloß noch schlimmer.

Nun habe man, so höre ich, unter den Kosten der alljährlichen Montage und Demontage zu stöhnen. Einige hundert Euro kommen pro Haus zusammen. Eine Gleisdorfer Bank käme sogar auf 2.000 Euro. (Ein etwas höheres Haus.) Würde das bitte irgend emand dem Berater, der das zu verantworten hat, vom Jahreseinkommen abziehen?

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So oder so, es wird dekoriert. Knallhart. Und fast ausnahmslos auf dem Niveau von Sonderangeboten im Baumarkt.

Bliebe noch, wie alljährlich, hausbackene Mundartgedichte gegen solchen Unfug zu halten, um wenigstens einen Anlaß zu haben, der Weihnachtszeit wieder einmal Besinnlichkeit anzuheften. Die sich, wie man an Kriseninterventionsstellen weiß, ohnehin kaum sicherstellen läßt. Im Gegenteil. Weihnachten herrscht Krieg. In unzähligen Haushalten. Aber vielleicht gibts einmal Gefechtspause und goscherte fast-schon-Ex-Ehefrauen werden nicht gleich mit Küchenmessern traktiert.

Bliebe noch die depperte Musiknummer, die schon in all den Geschäften schlimm genug ist, die leider auch auf die Straßen herausgespielt wird. Ich mag David Bowie. Aber er und Bing Crosby und der "Little Drummer Boy", da wackelt die zivilisierte Seite in mir.

In New York spielen Geschäftsleute klassische Musik nach draußen, damit sie die Street Gangs von ihren Portalen wegkriegen. Aber wohin kann ich fliehen, um mir den kommenden Ramsch nicht dauernd in die Ohren blasen zu lassen? Um zweckdienliche Hinweise wird gebeten!

Cut!

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(Quelle: profil)

Cut!

Sooo, eine erst kleine Lieferung von Interkontinental-Hölzern sind nun auf dem Weg. An sehr verschiedene Orte. (Heute kommt noch Ägypten dazu.) Um Claims für den "CyberTrail" zu ergeben. Bezugspunkte. Ein bescheidenes Statement gegen die Idee vom Nationalismus. Denn bevor sich dieses junge Konzept, Nationalismus, so rasant und gewalttätig durchgesetzt hat, waren nicht klar umgrenzte Territorien unsere Bezugsfelder.

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Da waren Gravitationspunkte. Und Verbindungslinien. Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen. Das herrschte vor, ehe die Nationalisten begannen, die Welt neu zu beschreiben ... auch: zu beschriften.

Cut!

Berndt Luef. Hier bei einer "Konferenz in Permanenz" dem Lauf der Dinge hingegeben. Spielt nicht nur Vibraphon. Hat auch zu erzählen. Über "Lärm und Musik; Lärm in der Musik" (Am Dienstag, dem 30.11.2004, ab 20.00 Uhr im Forum Stadtpark Graz.)

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Luef dazu:
Die Grenze zwischen Lärm und Musik ist subjektiv, jeder zieht sie nach seinen persönlichen Kriterien bzw. nach den Kriterien der Kultur, in der er sich bewegt. Im allgemeinen wird Musik mit einer Vorstellung von Wohlgefallen verbunden, Lärm mit Missfallen. Und was ist mit der immer stärker werdenden Dauerberieselung? Ich werde versuchen, die Begriffe genauer zu definieren. Ich unternehmemit Euch eine musikalische Reise zu den Anfängen der Einbindung von Lärmgeräuschen in die abendländischen Musik. Im Anschluß werden Dusan Novakov, Thorsten Zimmermann und Berndt Luef die Suite für Jazztrio "Wasserläufe" aufführen.

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