10. Mai 2004

Den Rechner hochfahren und die aktuellen Virensignaturen runterladen. Den Koffer ausleeren und die Waschmaschine anwerfen. Kaffee kochen. Mail downloaden und die relevante Post aus einem Meer von Spam und Virenpaketen bergen. Danach ein System-Check, der eine ganze Serie von feindselig gemeinten Sendungen in die Quarantäne haut. Das waren bloß wenige Tage, die ich offline gewesen bin. Sehr angenehmes Gefühl.

Quer durch Europa lief offenbar derweil ein großes Match zwischen Systemadministratoren und den lustigen Leuten, die uns mit ihren Virenattacken die Plomben ziehen. In der Zwischenzeit hat Vogeltanz die Karte für unsere "Konferenz in Permanenz" gemacht. Huh! Was für eine schöne Geschichte! Ich schwöre, wir sind genau so:

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Hier lasse ich im Logbuch eine kleine Serie beginnen, eine Verzweigung. "Fünf Tage Polen". Ich werde diese Skizzen und Notizen farblich ein wenig abheben.

Fünf Tage Polen (1)

Gliwice am Sonntag Morgen, Ruhe in den Straßen, bis auf einige Bauarbeiter, die den Straßenbelag aufschneiden und Asphalt kochen. Die Eisenbahnstrecke führt durch das alte Minengebiet, wo vereinzelt Fördertürme aufragen. Neben der riesenhaften Drehscheibe vor einem aufgelassenen Lokomotiv-Schuppen hängt an einer Backsteinwand noch ein Solidarnosc-Banner.

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Katowice ist mir nun etwas vertrauter, aber es bleibt wenig Zeit, dann geht es durch die Tschechische Republik nach Wien. In Graz nehme ich statt dem Zug einen Bus, weil er mich schneller nach Gleisdorf bringt. Ich frage den Fahrer, ob die Zugkarte auch für diese Passage gilt.

Er sagt „Nein, normal nicht. Ach was, fahren sie mit.“ Und macht eine Handbewegung als würde er eine Fliege verscheuchen. Dieser Busfahrer ist von jener freundlichen Entspanntheit wie der Kellner im Zug, der mir in Tschechien Kaffee anbot. Ich fragte ihn, ob ich in Zloty bezahlen könne. Er lachte breit unter seinem markanten Schnurrbart und sagte „Aber sicher. Das ist Europa.“

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Diese lebhaften und dichten Tage. Diese vergnügten und freundlichen Menschen. Wir hätten noch viel zu tun gewußt, denn nach ersten Schritten der Begegnung auf neuem Terrain sind ja oft nicht einmal die grundlegenden Fragen auf den Tisch gelegt worden. Es ist bloß ein kurzes Ausloten der Kontraste, der möglichen Gemeinsamkeiten, der Ideen und Leidenschaften. So ... schauen wir, was sich aus diesem Auftakt machen läßt.

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